Die Orgelbau-Verhinderungs-Kommission

„Orgel-Verhinderungs-Kommission“ (Bild: ChatGPT-KI)
„Orgel-Verhinderungs-Kommission“ (Bild: ChatGPT-KI)

Über Pfarrer Walter Striedl ist im Lauf der Jahre viel erzählt worden, manches mit einem Kopfschütteln, manches mit Ehrfurcht, das meiste aber mit einem herzhaften Lachen. Denn wer ihn erlebt hat, weiß: Der WaStrie war keiner, der lange fragte, wenn er längst wusste, was zu tun war.

 

Ob bei der Kantorei, beim Orgelbau oder im täglichen Leben der Pfarrei: Wo andere erst Sitzungen abhielten, hatte er oft schon entschieden, geplant und manchmal sogar gebaut. Und wenn ihm dabei einer dreinreden wollte, konnte es vorkommen, dass der Betreffende zwar das letzte Wort hatte - aber der Pfarrer den längeren Atem.  

Was geblieben ist, sind Geschichten. Kleine Begebenheiten, trockene Bemerkungen, störrische Entscheidungen und Augenblicke, wie sie nur das echte Leben in einem niederbayerischen Pfarrhof schreiben kann.

 

Und manches hat der Walter Striedl sogar selbst hinterlassen. Die folgende Begebenheit hat der WaStrie im Advent 1996 eigenhändig aufgeschrieben, vermutlich ohne zu ahnen, dass wir ihn dreißig Jahre später noch einmal als Fürsprecher seiner Orgel bemühen würden.

Hoffentlich sitzt er inzwischen dort oben an einer himmlischen Orgelbank und spielt der Heiligen Dreifaltigkeit auf - so möge er bei Gelegenheit der Vorsehung in Malgersdorfer Orgel-Angelegenheiten ein wenig auf die Sprünge helfen, damit "unten"  zusammenkommt, was für "seine" Orgel bestimmt ist.

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„Da Gips singt ned.“

Beim Pfarrer Striedl war’s mit der Disziplin eine saubere Sach. Die Kantorei war kein Wirtshausverein, wo einer kommt, wenn ihm grad danach ist, sondern ein ordentliches Gotteswerk mit Noten und Einsatz. Und für das Fernbleiben von der Chorprobe gab es genau einen einzigen anerkannten Grund: dass der Betreffende bereits verschieden war — und selbst dann nur nach vorheriger Anzeige.

 

Eines Tages ließ sich nun ein Sänger entschuldigen. Er habe sich, so hieß es, den Fuß gebrochen und könne unmöglich erscheinen. Die Botschaft wurde ehrfürchtig überbracht, als handle es sich um höhere Gewalt.

Der Striedl hörte sich das an, legte den Kopf schief und fragte ganz trocken:
„Ja — singt er denn mit dem Fuß?“

Damit war die Sache eigentlich entschieden. Der Sänger erschien zwar nicht — aber die Geschichte blieb länger im Chor als mancher Sopran.

„Zum Singa braucht’s koan Fuaß.“ (Bild: DALL*E-KI)
„Zum Singa braucht’s koan Fuaß.“ (Bild: DALL*E-KI)

Mit Schein zur Orgel

Als Pfarrer Striedl eine neue Orgel brauchte, wollte er sie weder erbetteln noch sich dreinreden lassen. Also führte er kurzerhand den sogenannten Scheinwerfersonntag ein. Vorher dichtete er jedes Mal ein paar Zeilen, damit auch der Letzte in der Kirchenbank wusste, was es geschlagen hatte.

Denn bei der Kollekte waren nur Geldscheine erlaubt. Münzen galten an diesem Tag als stilles Gebet. Den gesammelten Betrag legte der Pfarrer anschließend aus eigener Tasche noch einmal auf die Kollekte obenauf und machte damit klar, dass er keine Hilfe aus dem Bistum Passau brauchte.

 

So blieb die Orgel eine Gemeindesach - und Striedls Sache sowieso.

„Heit wird g’scheint“ (Bild: DALL*E-KI)
„Heit wird g’scheint“ (Bild: DALL*E-KI)

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