Mit Schein zur Orgel

Als Pfarrer Striedl eine neue Orgel brauchte, wollte er sie weder erbetteln noch sich dreinreden lassen. Also führte er kurzerhand den sogenannten Scheinwerfersonntag ein. Vorher dichtete er jedes Mal ein paar Zeilen, damit auch der Letzte in der Kirchenbank wusste, was es geschlagen hatte.

Denn bei der Kollekte waren nur Geldscheine erlaubt. Münzen galten an diesem Tag als stilles Gebet. Den gesammelten Betrag legte der Pfarrer anschließend aus eigener Tasche noch einmal auf die Kollekte obenauf und machte damit klar, dass er keine Hilfe aus dem Bistum Passau brauchte.

 

So blieb die Orgel eine Gemeindesach - und Striedls Sache sowieso.

„Heit wird g’scheint“ (Bild: DALL*E-KI)
„Heit wird g’scheint“ (Bild: DALL*E-KI)


Striedl, Walter. (1977). Die Orgel - Ursache unserer Freude. In: Die neue Orgel in der Pfarrkirche von Malgersdorf, S. 11

 

Zum „Papier'nen Wochenende“

heuer dritte Orgel-Spende!!

Lang, seit Juli, war nun Ruhe

mit dem Füttern der Schatztruhe,

die beherbergt die Moneten

für die „Spanischen Trompeten“

und die vielen andren Dinge,

auf daß der Orgelbau gelinge!

Inzwischen tat sich allerhand:

Der SPIELTISCH ist bereits im Land;

es ward geschreinert und gemauert

und – wenn's auch lange hat gedauert –

vor drei Wochen konnt' man Töne

erstmals hören, und zwar schöne!

Der erste Teil ist eingetroffen

und wir dürfen freudig hoffen,

daß gepflanzt wird ziemlich bald

unser Orgel-Pfeifen-„Wald“…

Ebenso zu hoffen ist,

daß kein Malgersdorfer Christ

bei der nächsten Sammlung kneift,

dass vielmehr doch JEDER greift

in die Tasche, wo sie stecken,

„Scheine“ zu solch edlen Zwecken!

Der Pfarrer sieht in süßen Träumen

wie herbstlich Blätter von den Bäumen

„GRÜNE“, „BRAUNE“, „BLAUE“ tanzen

O R G E L-Wertpapier-Finanzen!

Und mag sich mancher breitlachen –

der Pfarrer wird ver-zwei-fachen

nächst' Sonntag die Kollekten-Beute.

D a s ist die große Chance, Leute,

„ihn“ mal zutiefst hineinzureiten

in Pfarrers Pleitegeier-Zeiten!!!

 

WaStrie