„Die Malgersdorfer Orgel hat schon beim Bau eine Bewegung ausgelöst“

mehr lesen

Mit Schein zur Orgel

Als Pfarrer Striedl eine neue Orgel brauchte, wollte er sie weder erbetteln noch sich dreinreden lassen. Also führte er kurzerhand den sogenannten Scheinwerfersonntag ein.

Bei der Kollekte waren nur Geldscheine erlaubt. Münzen galten an diesem Tag als stilles Gebet. Den gesammelten Betrag legte der Pfarrer anschließend aus eigener Tasche noch einmal auf die Kollekte obenauf — und machte damit klar, dass er keine Hilfe aus dem Bistum Passau brauchte.

 

So blieb die Orgel eine Gemeindesach — und Striedls Sache sowieso.

„Heit wird g’scheint“ (Bild: DALL*E-KI)


„Da Gips singt ned.“

Beim Pfarrer Striedl war’s mit der Disziplin eine saubere Sach. Die Kantorei war kein Wirtshausverein, wo einer kommt, wenn ihm grad danach ist, sondern ein ordentliches Gotteswerk mit Noten und Einsatz. Und für das Fernbleiben von der Chorprobe gab es genau einen einzigen anerkannten Grund: dass der Betreffende bereits verschieden war — und selbst dann nur nach vorheriger Anzeige.

 

Eines Tages ließ sich nun ein Sänger entschuldigen. Er habe sich, so hieß es, den Fuß gebrochen und könne unmöglich erscheinen. Die Botschaft wurde ehrfürchtig überbracht, als handle es sich um höhere Gewalt.

Der Striedl hörte sich das an, legte den Kopf schief und fragte ganz trocken:
„Ja — singt er denn mit dem Fuß?“

Damit war die Sache eigentlich entschieden. Der Sänger erschien zwar nicht — aber die Geschichte blieb länger im Chor als mancher Sopran.

„Zum Singa braucht’s koan Fuaß.“ (Bild: DALL*E-KI)